Kandidatur Landesparteirat
Politisches Engagement

Meine Bewerbung zum Landesparteirat

Moin tosam,

GRÜN – das ist nicht irgendeine Parteifarbe, für mich ist das meine Haltung, meine Überzeugung.

Wir stehen mitten in einem gesellschaftlichen Umbruch, aber auch vor radikalen Veränderungen unserer Umwelt. Beides spüren wir vom Harz bis ans Meer.

GRÜN – das ist aber auch die Farbe mitten im Regenbogen.

Ich hatte mein schwules Comingout 1987 – die Zeit in der AIDS tausende Menschen dahin raffte. In den folgenden Jahren habe ich über die Hälfte meines Freundes- und Bekanntenkreises beerdigen müssen.
Seit dieser Zeit engagiere ich mich in der QUEER Community und auch politisch für queere Themen. 1994 stritten mein Mann und ich bis vor das Verfassungsgericht für die „Ehe für alle“. Während wir schließlich glaubten, dass wir alles mit unserer Beharrlichkeit nur zum besseren bewegen würden, dass das Erreichen der gleichgeschlechtlichen Ehe nun umfassende Gleichberechtigung bringen würde, schlich sich der braune Mob und ein erstarkender Konservatismus die Köpfe der Menschen und vergiftet nach und nach das gesellschaftliche Klima. Heute werden europaweit wieder Menschen wegen ihres so seins diskriminiert, verletzt und sogar ermordet. In Deutschland haben sich die polizeilich erfassten Delikte gegen queer lebende Menschen in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Bis heute müssen wir darum kämpfen, dass Ärzte bei Inter*-Menschen nicht direkt nach der Geburt eine operative Geschlechterzuweisung betreiben. Trans*-Menschen erleben nach wie vor Diskriminierung im Alltag und in der Arbeitswelt.
Auch die GRÜNE Politik Niedersachsens muss sich stetig mit den queeren Themen befassen, einem ‚Roll-Back‘ energisch entgegentreten und Initiativen ergreifen, um bestehende Problematiken in den queeren Lebensbereichen zu lösen.
Ich fordere von der Landespolitik eine nachhaltige, ausreichende Finanzierung der LSBTIQ-Initiativen und Organisationen, dazu gehören insbesondere auch Projekte von und in Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen.
Als Mitglied in der LAG QUEER und stellv. Delegierter in der BAG Schwulenpolitik arbeite ich schon jetzt mit, an diesen Herausforderungen und möchte dies auch in den Parteirat tragen.

BRAUN ist keine Farbe des Regenbogen

Bedingt durch meine Erfahrungen als schwuler Mann, aber auch nicht zuletzt durch meine progressiven Lehrer an der Schule, habe ich mich früh gegen Rassisten, Faschisten, Alt- und Neonazis engagiert. In unserer Region bin ich im Sprechendenrat des ‚Antifaschistischen Netzwerk Wilhelmshaven und umzu‘, organisiere Veranstaltungen mit und habe 2019 erfolgreich eine Petition auf ‚WeAct‘ gestartet, die die Entlassung Björn Höckes aus dem Beamtenverhältnis fordert. Bis heute haben über 176.000 Menschen unterzeichnet und darunter auch viele von Euch. Dafür noch mal DANKE!
Unser Kampf gegen Rechts braucht innovative Ideen und findet in Zeiten vielfältiger medialer Kanäle nicht mehr nur auf der Straße und in den Parlamenten statt. Konservative Politiker, auch in unseren Parlamenten, scheuen die Berührung mit der AfD nicht mehr und verbünden sich vereinzelt sogar aus Gründen ihres eigenen Machterhaltes mit ihr. GRÜNE Politik muss hier nicht nur mit Statements und Demonstrationen reagieren. Wir müssen uns in die Antifaschistischen Arbeitsgruppen und Netzwerke vor Ort einbringen. Wir müssen Antworten geben, auf die Probleme in den Bereichen Wohnen+Leben, Sozialpolitik, Gesundheitspolitik und wir müssen Politik anfassbar, erlebbar und zur Beteiligung einladend gestalten. Wir müssen wieder allgemein verständlich kommunizieren und vorbildlich handeln.

Netzwerkarbeit ist unabdingbar

In unserem Einsatz für ein vielfältiges, zukunftsfähiges, Niedersachsen stehen wir nicht alleine, sondern haben Verbündete in anderen Wählergemeinschaften, Parteien, Umweltorganisationen und sozialen Gruppen und Organisationen. Diese Verbündeten wollen aber einbezogen werden und die Kontakte intensiviert und gepflegt werden.

Unser Bundesland ist flächenmäßig größer als die Schweiz und als die Niederlande. Viele Regionen haben ihre eigenen und wichtigen Besonderheiten, die alle in unsere Landespolitik einfließen sollten. Regionale Vernetzung und Zusammenarbeit in Verbindung mit einer starken bidirektionalen Kommunikation sind ein Schlüssel für unsere Zukunftsfähigkeit. Dafür setze ich mich ein.
Mit einem gewissen Stolz darf ich mich als Mitinitiator eines Regionalverbundes bezeichnen, der unter dem Namen ‚Küsten-GRÜN‘ derzeit acht Kreisverbände im NordWesten umfasst. Wir halten regelmäßige Konferenzen ab, tauschen Ratsanträge aus, bzw. formulieren diese gemeinsam, starten gemeinsame Kampagnen und machen gemeinsame Pressearbeit. Über den Verein DENKflut e.V. haben die Küsten-GRÜNEN eine gemeinsame Webseite, einen Infokanal auf Telegram und veranstalten analoge und digitale Themenabende. Außerdem unterstützen wir die Gründung und Arbeit regionaler Arbeitsgemeinschaften.
Gerne unterstütze ich auch andere Regionen im Aufbau eines solchen Regionalverbundes und setze mich dafür ein, dass regionale Themen noch stärker Eingang in unsere Landespolitik finden. Unser Landesvorstand hat bereits damit begonnen die Regionen stärker einzubinden und ich glaube diesen Prozess im Parteirat mit meinen Erfahrungen gut unterstützen zu können.

Schifffahrt – Häfen und Meer

Als Kind der Küste liegt mir natürlich der maritime Teil Niedersachsens besonders am Herzen.
Mit Emden, Wilhelmshaven, Brake und Cuxhaven haben wir für das ganze Land bedeutsame Häfen.
Nicht zuletzt durch die Havarien der ‚MS ZOE‘ und der ‚Glory Amsterdam‘, ist aber die Gefahr die von der Schifffahrt für unsere Küstenregion ausgehen kann, allen ins Bewusstsein geraten. Hinzu kommt die Umweltbelastung, die von der Schifffahrt insgesamt ausgeht und die besondere Bedeutung des Schiffsverkehrs innerhalb des Nationalpark Niedersächisches Wattenmeer. Sicherheit des Schiffsverkehrs vor unserer Küste, nachhaltige Schifffahrt und eine kooperative Hafenwirtschaftspolitik, die ökologische Gesichtspunkte viel stärker in den Fokus nimmt, liegen mir am Herzen. An diesen Themen arbeite ich als Co Sprecher in der LAG Häfen-Schifffahrt-Küstenschutz, aber auch als Mitglied im Trilateralen ‚Wadden Sea Forum‘ mit. Die nachhaltige maritime Wirtschaft muss zunächst landespolitisch, aber dann auch länderübergreifend und europäisch dringend noch stärker angepackt werden.

Mit diesen Schwerpunkten, aber auch durch meine langjährige Vorstandsarbeit auf Kreisebene und der Arbeit im Regionalverbund Küsten-GRÜN, glaube ich im Parteitrat wichtige Arbeit leisten und Impulse setzen zu können. Wir GRÜNE stehen nicht nur wegen der Pandemie und ihrer Folgen vor wichtigen Herausforderungen. Auch die anstehenden Wahlen – nicht zuletzt die Landtagswahl 2022 brauchen unseren ganzen Einsatz.

Ich freue mich sehr über die Voten meines Kreisverbandes, der LAG Häfen-Schifffahrt-Küstenschutz und der LAG Queer  zu meiner Kandidatur. Vielen Dank Euch!

Ich bitte Euch um Euer Vertrauen und Eure Stimme für meine Bewerbung als Mitglied des Landesparteirates.

Falls Ihr noch Fragen zu meiner Kandidatur habt, sprecht mich gerne an.

Vielen Dank für Euer lesen!

Euer

Ulf

 

Meine Bewerbung im “Antragsgrün’  findet Ihr hier.

 

Ulf Berner ist Kaufmann, Journalist und Politiker Mitglied bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN seit 2010; Sprecher des GRÜNEN Kreisverbandes seit 2018; Vorstandsmitglied von Aids-Hilfe FRI-WHV-WTM, DENKflut e.V. und SoLeWi e.V. sowie Co-Sprecher des Antifaschistischen Netzwerk Wilhelmshaven und umzu.