USA drohen Deutschland im Gasstreit

Die USA reiten ein totes Pferd und wollen Deutschland zwingen mit aufzusteigen

Im Streit um die Ostsseepipeline ‚Nord Stream II‘ drohen die USA nun deutschen Unternehmen.

Man kann zur Ostseepipeline für russisches Gas stehen, wie man möchte, aber die unverhohlene Drohung, die US-Botschafter Richard Grenell laut Handelsblatt vom 13.09.2019 gegen deutsche Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen, ausstößt sind ein absolutes NO GO!

US Botschafter in Berlin, Richard Grenell
US Botschafter in Berlin, Richard Grenell | Foto: US-Botschaft

ZitatWhile the United States does not comment on specific future sanctions actions, we continue to stress that firms operating in the Russian energy export pipeline sector are engaging in activities that carry significant sanctions risk

Richard Grenell (US-Botschafter in Berlin)
Quelle: Handelsblatt 13.01.2019

 

Dahinter steckt natürlich, dass die USA uns Europäern ihr schmutziges Fracking-Gas aufzwingen wollen. Das soll dann unter anderem auch am geplanten LNG-Terminal in Wilhelmshaven angelandet werden. Wobei nicht nur der Umweltschaden durch das Fracking entsteht, sondern auch durch die Transportwege mit dem Tanker, wir wissen doch längst, dass die 16 größten Tanker soviel
Treibhausgase produzieren wie alle PKW weltweit zusammen. Fracking läuft sogar in Deutschland, z.B. auf der ostfriesischen Halbinsel, im Kreis Aurich an, weitgehend unbemerkt von der Bevölkerung.

Wenn schon Gas, dann bitte ganz schnell die Technologien für „Power2Gas“ fördern und marktreif machen. Erpressungsversuchen von Drittstaaten könnten wir so entgegen wirken und Europa wirklich unabhängig machen, mit einem Mix aus regenerativen Energien und „Windgas“.

Kohlepier
Kohlepier und Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven | Foto: Ulf Berner

Der Kampf um die letzten Ressourcen von Öl, Gas und Kohle hat nicht nur längst im Hinblick auf die Förderung begonnen, sondern auch im Hinblick auf die Verteilung auf die Märkte. Wir wissen, dass die Verbrennung fossiler Energieträger uns klimatisch immer weiter an den Abgrund treibt. Milliarden Menschen werden weltweit den Folgen des Klimawandels zum Opfer fallen, wenn wir nicht sofort alle uns möglichen Maßnahmen ergreifen, um Klimakiller, wie CO2, radikal zu verringern und damit den Klimawandel einzubremsen.

Die USA, Russland, die OPEC-Staaten und internationale Energiekonzerne versuchen uns hier einen toten – und todbringenden – Gaul als Rennpferd zu verkaufen. Hier braucht es eine gesamteuropäische Antwort, die es längst gibt, die politisch aber gewollt und gemeinsam umgesetzt werden will.

Wir müssen raus aus den fossilen Brennstoffen und endlich rein in eine regenerative, unabhängige, europäische Energieversorgung.  Denn wer autark ist, den kümmern die ominösen Sanktionseventualitäten eines Botschafters herzlich wenig.